Pfingstlehrgang in Kleinarl, Österreich

Pfingstlehrgang in Kleinarl, Österreich

Dieses Jahr hatte Martin Eichhorn das vierte Mal zum Lehrgang nach Kleinarl eingeladen. 117 Teilnehmer aus Ingolstadt, Bad Tölz, Ulm, Holzkirchen und Freising reisten in das idyllische Bergtal an, ein absoluter Besucherrekord. Eigentlich dachten wir, daß man die Erfolge der letzten Pfingstlehrgänge in Kleinarl (Österreich) nicht mehr übertreffen kann. Doch die diesjährige Veranstaltung war wirklich einzigartig.

Der kleine Ferienort im Herzen Österreichs wurde praktisch zum Taekwondo-Leistungszentrum umfunktioniert und auch hinsichtlich des Trainingsablaufs setzte man heuer neue Maßstäbe. Über Kleinarl verteilt fanden, getrennt nach Graduierung, zeitgleich Trainingseinheiten statt. Ob im Gymnastikraum des Peilsteinhofs, auf dem Freigelände, dem Sportplatz oder in der Kleinarler Turnhalle: aus allen Richtungen hallten die „Kiap`s“ der Taekwondo-Sportler. Und das nahezu rund um die Uhr.

Schon am ersten Tag erwartete uns ein dicht gedrängtes Programm, das keine Langeweile aufkommen ließ. Gleich nach der Ankunft hieß es Zimmer beziehen und um 15 Uhr fertigmachen zur ersten Trainingseinheit. Die von der Anreise steif gewordenen Gliedmaßen wurden dabei schnell wieder gelockert.

Die offizielle Begrüßung fand anschließend ab 17 Uhr in Form eines 1 ½ stündigen Lehrgangs unter der Leitung von Herrn Fritz Flatnitzer (4. Dan, Ingolstadt) statt. Als besondere Überraschung erhielt jeder Teilnehmer ein Taekwon-Do T-Shirt zur Erinnerung an den diesjährigen Lehrgang. Wer aber glaubte, nach dem gemeinsamen Abendessen zum „gemütlichen Teil“ übergehen zu können, der hatte versäumt, den Trainingsplan genau zu studieren, denn es waren am Abend ab 21 Uhr weitere Trainingseinheiten angesetzt. So erschienen die letzten Sportler erst nach 23 Uhr ziemlich abgekämpft im Gastraum, um auf den ersten gelungenen Tag anzustoßen.

Am nächsten Morgen kamen wir sogar den Hähnen zuvor. Bereits um 6 Uhr raubten wir auf dem Sportplatz den Einwohnern von Kleinarl durch unsere Kampfschreie den Schlaf.

Der Rest des Tages war geprägt durch abwechslungsreiche Trainingseinheiten, welche die Lehrgangsleiter Fritz Flatnitzer (4.Dan, Ingolstadt), Hans Kaiser (4.Dan, Bad Tölz), Werner Meule (4.Dan, Ulm), Martin Eichhorn (4.Dan, Freising) und Toni Hanfstengl (4.Dan, Holzkirchen) sozusagen im Rotationsverfahren für jede Graduierung ausrichteten. Für die Rot- und Schwarzgurte war der Tag komplett verplant, die anderen Farbgurte hatten mittags ein paar Stunden Zeit, um die herrlichen Ausflugsziele in der unmittelbaren Umgebung in Augenschein zu nehmen. Ob mit dem Mountainbike um den romantischen Jägersee, oder im F reizeitbad von Wagrain etwas relaxen – für jeden Geschmack war etwas geboten.

Auch am dritten Tag waren die Trainingseinheiten über den ganzen Tag verteilt. Spannend wurde es dann nachmittags zur Abschlußveranstaltung, bei der Gürtelprüfungen und Vorführungen aller Graduierungen anstanden. Die Prüflinge zeigten mit Bravour, was sie in den vergangenen Lektionen gelernt hatten. Alle bestanden auf Anhieb – herzlichen Glückwunsch!

Zum Abschluß hatten sich unsere Schulleiter etwas besonderes einfallen lassen: Kein Wettkampf der einzelnen Schulen gegeneinander, sondern eine schulübergreifende Vorführung aller Farbgurte.

Jeder Schulleiter arbeitete mit einer bestimmten Gurtfarbe eine spezielle Vorführung aus und leitete sie dann bei der Abschlußveranstaltung. Von Weiß- bis Schwarzgurt zeigten die Schüler aus allen Schulen im Team – Schulter an Schulter – die Vielfalt des Taekwon-Do. Hier zeigte sich sehr deutlich, wie eine gemeinsame Vorführung Schüler zusammenführen und das Miteinander stärken kann. Dies trug maßgeblich zum Erfolg des diesjährigen Trainingslagers bei.

Abends funktionierte unser Wirt Matthias Aichhorn die Terrasse des Peilsteinhofes kurzerhand in einen Biergarten um und verwöhnte unsere Gaumen mit köstlichen Schmankerln vom riesigen Grillrost. Als Höhepunkt des Abends hatte Martin Eichhorn mit dem Wirt den Auftritt der Kleinarler Trachtentanzgruppe organisiert, die uns mit einer Darbietung alpenländischer Volkstänze erfreute. Dies kam so gut an, daß sich unser Wirt mit seiner Klarinette den Musikanten anschloß und bis in den späten Abend getanzt wurde.

Abschließend sei noch ein Rekord erwähnt: Das erstemal hatten wir in Kleinarl durchwegs Kaiserwetter – Sonnenschein pur und kein Regen. Aber das ist ja kein Wunder, wenn unter unseren Trainern erstmalig ein Kaiser dabei war…

Siegfried Hermann, Freising

Freising – Ingolstadt – Holzkirchen – Bad Tölz – Ulm